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Hauptkategorie: Ratgeber
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Kategorie: Haus & Garten
Brennesseljauche:
Man füllt einfach Brennesseln locker in ein Gefäß, bis es dreiviertel voll ist und füllt es dann bis knapp unter den Rand mit Wasser auf. Nach ein bis zwei Tagen beginnt die Gärung. Nach 14 Tagen - bei kühler Witterung etwas später - ist die Gärung abgeschlossen. Die Jauche immer wieder mal umrühren. Wenn sie aufhört zu schäumen, ist sie fertig. Nun ist die Jauche gebrauchsfertig und kann verdünnt zum Angießen und Düngen aller Gemüse-, Obst- und Zierpflanzen verwendet werden. Zum Angießen von Setzlingen nimmt man eine Konzentration von 1:20 (1 Teil Jauche, 20 Teile Wasser); zur Stärkung und Kräftigung wöchentlich einmal alle Pflanzen mit einer Konzentration von 1:50 gießen. Zum Düngen von großen Pflanzen wird 1:10 verdünnt. Zur Bodenverbesserung im Frühjahr kann die Brennesseljauche unverdünnt ausgebracht werden.
Gründünger:
Die Gründüngung ist eine alte Methode zur Bodenverbesserung, die ursprünglich aus dem Ackerbau stammt. Dies Art der Düngung bietet viele Vorteile. Die Wurzeln der Pflanzen lockern und durchlüften den Boden. Mäht man die Pflanzen ab, entsteht wertvolles Material zum Mulchen oder Kompostieren. Viele Pflanzen sind in der Lage Stickstoff aus der Luft zu fixieren und so den Boden zu bereichern. Der Boden wird durch Bodenorganismen belebt, die Pflanzenreste verarbeiten. Die Wasserspeicherung im Boden wird verbessert, weil die Wurzeln der Pflanzen ihn gut durchwurzeln .Alle Schmetterlingsblütler : z.B. Bohnen-, Erbsen-, Wicken- und Kleearten, können im Unterschied zu den meisten anderen Pflanzenarten mit Hilfe der sogenannten Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Bodenluft (sie enthält 78% Stickstoff) gewinnen. Die Bakterien bilden dabei Symbiosen mit den Wurzeln dieser Pflanzen. Der Stickstoff wird in den Knöllchen gespeichert, weshalb der Name Knöllchenbakterien entstand. Die abgestorbenen Pflanzen versorgt den Boden dann mit organisch gebundenem Stickstoff. Die Leguminosen müßen dafür eine gewisse Zeit dort heranwachsen bevor sie abgemäht werden (6-15 Wochen). Gründünger immer säen soblad eine kleine Fläche prach liegt. Als Gründung empfiehlt sich Sommerwicke, Ackerbohne, Lupinen, Luzerne ,Persischer Klee, Weißklee und Bockshornklee.
Knoblauchjauche:
10 große Knollen Knoblauch zerkleinern und mit 2 l kochendem Wasser überbrühen. Nach dem Abkühlen 5 l Wasser dazugeben und bis zur Gärung stehenlassen. Auf den Boden gießen. Pilzsporen, die sich im Boden ausgebreitet haben, werden so bekämpft.
Löwenzahnjauche:
Es werden 1,5 bis 2 Kilogramm frische Löwenzahnpflanzen (Blüten und Blätter) in zehn Liter Wasser angesetzt. Nach 14 Tagen ist die Jauche gebrauchsfertig und kann unverdünnt oder im Verhältnis 1:5 im Frühjahr und Herbst über Boden und Pflanzen gegossen oder gespritzt werden. Mit gleichem Erfolg kann man Löwenzahntee verwenden, den man jeweils bei Bedarf aus getrockneten Blüten, Blättern und Wurzeln herstellen kann. 15 - 20 Gramm des getrockneten Löwenzahns werden mit einem Liter kochendem Wasser überbrüht. Die Mischung wird - ebenfalls im Frühjahr und im Herbst - über die Pflanzen gespritzt. Löwenzahnjauche, die man als Jauche auch über die Blätter gießen kann, verbessert die Qualität von Erdbeeren. Eine selbstzubereitete Löwenzahnjauche kann zur Wachstumsregulierung und Qualitätsverbesserung von Obst beitragen.
Rainfarnjauche:
Bei Erdbeermilben, Blattwespen, Brombeermilben, Mehltau, Rost, Schild-, Blattläuse, Erdflöhe, Raupen von Apfelwickler und Kohlweißling ist ein sehr gutes Gegenmittel die Rainfarnjauche. 300 Gramm Kraut und Blüten mit 10 Liter Wasser ansetzen. Unverdünnt über die Pflanzen gießen. man kann auch frische Pflanzen als Mulchmaterial auf den Boden legen. Manche schädlinge mögen diesen Geruch gar nicht.
Wühlmäuse:
Abwehrpflanzen: Kaiserkrone, Kreuzblättrige Wolfsmilch, Knoblauch und Hundszunge sollen Wühlmäuse fern halten. In die Gänge stark riechende Pflanzen wie Thujazweige oder Nussbaumblätter legen. Auch Menschenhaare sollen eine äußerst abschreckende Wirkung auf Wühlmäuse haben (wenn Du nicht Deine Haarpracht opfern möchtest, einfach beim nächsten Friseur fragen). Mit Topinambur-Pflanzen kann man Wühlmäuse gezielt anlocken. Sie fressen äußerst gerne die Topinambur-Knollen und werden so von den anderen Gartenpflanzen abgelenkt. Lärm verursachen: Flaschen mit der Öffnung nach oben schräg in den Boden graben. Der Wind erzeugt darin ein pfeifendes Geräusch, das Wühlmäuse in die Flucht schlagen soll. Wurzelschutz: Blumenzwiebeln oder Obstbäume mit einem Korb aus Drahtgeflecht vor den Mäusezähnen schützen. Kunststoffkörbe nützen nicht, sie werden mühelos durchgebissen.
Drahtwürmer:
Drahtwürmer, die etwa zwei Zentimeter langen orangefarbenen Larven der Schnellkäfer, fressen an Wurzeln, Knollen und Zwiebeln von Gemüse- oder Zierpflanzen. Die Pflanzen welken und fallen um. Drahtwürmer kommen vor allem in feuchten Böden und auf grasbewachsenen Flächen vor (Wiesen und Rasen). Wer auf Wiesenland einen Garten anlegt, sollte im ersten Jahr keine Kartoffeln, Möhren oder Salat anbauen. Häufiges Hacken der Beete stört die Drahtwürmer. Als Köder halbierte Kartoffeln mit der Schnittfläche nach unten tief in den Boden drücken. Die Köder regelmäßig kontrollieren und die Drahtwürmer absammeln.
Schnecken:
Kapuzinerkresse zwischen den Kulturpflanzen Verströmt einen für Schnecken sehr unangenehmen Geruch.
Baldrian (Valeriana officinalis)
- Baldrian ist wegen der beruhigenden Wirkung seiner ätherischen Öle im Wurzelstock als Heilpflanze bekannt. Der Blütenextrakt wird als Spritzmittel verwendet.
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- Förderung des Pflanzenwachstums und der Blühfähigkeit.
- Gesammelt werden von Juni bis August nur die Blüten.
Brennessel (Urtica dioica)
Brennesseln sind reich an Eisen, Spurenelementen, Phosphor, Stickstoff, Vitaminen und Enzymen. Sie werden zur Herstellung frischer und vergorener Jauche verwendet.
! Spritzmittel zur Schädlingsabwehr, Düngung, Bodenverbesserung und als Kompostzusatz.
Gesammelt werden vor der Blüte von Mai bis Juli die ganze Pflanze ohne Wurzeln.
Comfrey (Symphytum peregrinum) oder Beinwell (Symphytum officinalis)
Russischer Beinwell oder Comfrey kommt bei uns wild nicht häufig vor, ist aber möglicherweise auf dem Weg der Einbürgerung. Er ist eine wertvolle Heil-, Futter- und Düngepflanze. Sie ist sehr eiweißhaltig und enthält Stickstoff, Mineralstoffe und Spurenelemente. Der heimische Beinwell hat die gleichen Eigenschaften.
! Pflanzenstärkungs- und Düngemittel, Kompostzugabe, Bodenabdeckung, Förderung der Knollen- und Fruchtbildung.
Gesammelt werden von Frühjahr bis Herbst, sobald die Blätter erscheinen, Blätter und Stiele.
Wurmfarn (Dryopteris filix-mas) oder Adlerfarn (Pteridium aquilinum)
Farnkraut wird von Tieren nicht gefressen und auch von Schadinsekten weitgehend gemieden. Außerdem verfügen die Pflanzen über einen hohen Kaligehalt.
! Wirksames Schädlingsbekämpfungsmittel, Bodenbedeckung und Düngung.
Gesammelt werden von Juni bis September nur die Blätter, die nach dem Trocknen zu Grobpulver zerrieben werden.
Kamille (Matricaria recutita, =Matricaria chamomilla)
Die Kamille ist besonders wegen ihres Gehaltes an Kamillenöl wertvoll. Auf einem kegelförmigen Blütenboden sitzen gelbe Röhrenblüten, die von einem Kranz weißer Strahlenblüten gesäumt sind. Sie kann verwechselt werden mit der Hundskamille. Letztere ist jedoch geruchlos und der kegelförmige Blütenboden ist gefüllt, wohingegen er bei der echten Kamille hohl ist (zu sehen, wenn man ein Blütenköpfchen mittig aufreißt).
! Pflanzenstärkungsmittel, beugt Boden- und Wurzelkrankheiten vor. Förderung der Verrottung und Hemmung der Fäulnis in Komposthaufen.
Gesammelt werden von Juni bis August die Blüten und das Kraut.
Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus)
Die Pflanze enthält antibiotisch wirksame Inhaltsstoffe, die dem Senföl nahestehen, aber noch wenig erforscht sind.
! Mittel mit antibakterieller Wirkung.
Gesammelt werden die Blätter, sobald sie erscheinen, die dann zu einem heißen Aufguß verwendet werden.
Lavendel (Lavandula officinalis)
Lavendel stammt aus dem Mittelmeerraum und braucht trockene, sonnige Sommer. Die Pflanze enthält ätherische Öle und entwickelt einen starken Duft.. Je weiter im Norden die Pflanze kultiviert wird, umso geringer ist allerdings ihr Gehalt an ätherischen Ölen.
! Wirkt als Repellent (abweisend) auf Insekten.
Gesammelt werden von Juli bis August Blätter, Blüten aber auch die ganze Pflanze.
Pfefferminze (Mentha piperita)
Die Pfefferminze enthält ätherische Öle. Minze vermehrt sich vor allem durch Ausläufer, die mit Erde leicht überdeckt Wurzeln schlagen und neue Pflanzen hervorbringen. Besonders gehaltvoll ist die „Mitcham"-Minze, deren Blätter einen purpurnen Schimmer entwickeln.
! Mittel mit keimhemmender Wirkung auf Pilzsporen und wachstumshemmender Wirkung auf Pilzhyphen..
Gesammelt wird die ganze Pflanze, die geschnitten wird, sobald sich die ersten Blüten zeigen.
Rainfarn (Tanacetum vulgare)
Die Pflanze enthält ätherische Öle.. Die Pflanze findet Verwendung in Kräutermischungen gegen Motten. Eine Mischung aus Rainfarn und Schachtelhalm hat sich vor allem gegen Blattläuse bewährt
! Wirksames Mittel gegen Bakterienkrankheiten, Rost und Mehltau. Wirkt als Repellent auf Insekten.
Gesammelt werden von Juli bis August Blüten, Blätter und Stiele.
Ringelblume (Calendula officinalis)
Die stark riechende Ringelblume ist ein problemloses Sommerkraut, das fast auf jedem Boden wächst.
! Stärkendes und gesundheitsförderndes Mittel für alle Kulturpflanzen besonders Tomaten und Kohlgewächse.
Gesammelt wird die ganze Pflanze allerdings ohne Samen.
Salbei (Salvia officinalis)
Salbei ist ein ausdauernder Halbstrauch, der aus der Mittelmeerregion stammt und in unseren Regionen im Wnter gelegentlich stark zurückfriert. Die Pflanze kann 2-3 mal im Jahr geschnitten werden. Die Blätter enthalten ätherische Öle.
! Schädlingsabwehrende Wirkung. Wichtiger Bestandteil von Mischkräuterjauchen oder -brühen.
Gesammelt wird die ganze Pflanze, der Wirkstoffgehalt ist jedoch vor der Blüte am höchsten.
Schafgarbe (Achillea millefolium)
Die Schafgarbe enthält vor allem in den Blüten ein ätherisches Öl, das keimhemmende Wirkung hat. Sie verfügt ebenfalls einen hohen Kieselsäure- und Kaligehalt.
! Pflanzenstärkendes Mittel und pilzhemmender Zusatz zu anderen Kräuterbrühen.
Gesammelt werden die Blütenstände von Juni bis September.
Thymian (Thymus vulgaris)
Der Gartenthymian (Th. vulgaris) stammt aus Südeuropa. Wiesenthymian (Th. pulegioides) ist an warmen sonnigen Stellen auch bei uns heimisch.
! Die Verwendung für Jauchen und Brühen ist die gleiche wie bei Salbei.
Wermut (Artemisia absinthum)
Wermut hat einen ungünstigen Einfluß auf benachbarte Pflanzen und sollte daher im Garten an einem abgesonderten Platz gepflanzt werden. Sein kräftiger Geruch wirkt auch auf Regenwürmer und andere kompostbewohnende Nützlinge abwehrend, so daß Wermut nicht unter zu kompostierendes Pflanzenmaterial gemischt werden sollte. Wermut ist dem Komposthaufen selbst und auch seiner Nähe fernzuhalten.
! Schädlingsbekämpfungsmittel mit kräftiger geruchsintensiver Wirkung.
Gesammelt werden von Juli bis September Blätter und Blütentriebe.
Zwiebel (Allium cepa), Knoblauch (A. sativa), Schnittlauch (A. schoenoprasum)
Die eng miteinander verwandten Allium-Arten sind in fast jedem Garten vertreten und verfügen aufgrund schwefelhaltiger ätherischer Öle über desinfizierende und keimhemmende Wirkung.
! Wirksames Mittel gegen Bakterien- und Pilzkrankheiten.
Schalen oder ganze Zwiebeln werden zur Jauche angesetzt. Gehackte Knoblauchzehen als Tee aufgegossen.
Tip zum Schluß: NIEM
Niem ist ein gutes Mittel gegen Parasiten und Schädlinge aller Art
Der Niembaum wächst in tropischen Gefilden Südostasiens (ursprünglich Indien und angrenzende Nachbarstaaten). Er gehört zur Familie der Mahagonigewächse. Niem wird u.a. auch gegen lästige Insekten bei Haustieren angewandt. In Landwirtschaft und Gartenbau zählt man auf seine pflanzenkräftigende und krankheitsabweherende Wirkung. Als Düngemittel dient Niempresskuchen. Der Einsatz von selbsthergestellten Niemextrakten ist im ökologischen Landbau zur Insektenvertilgung zulässig. Wirkungen des in Niem enthaltenden Hauptwirkstoffs Azadirachtin: 1. Er wirkt auf das Hormonsystem ein und verhindert, dass sich die Larven weiter entwickeln können. 2. Er wirkt als Fraßhemmer, indem er durch seinen Geruch Schädlinge abhält. Niem ist ungefährlich für Nützlinge, wie Bienen, Schmetterlinge oder Säugetiere.
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