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Am frühen Morgen des 28.10.2013, gegen 03:00 Uhr kollidierten der aus Westen kommende Gastanker CORAL IVORY und der aus Osten kommende Frachter SIDERFLY etwa in Höhe des Kanalkilometer 7 in der Nähe der B5 Kanalhochbrücke bei Brunsbüttel miteinander. Die Coral Ivory traf aller ahrscheinlichkeit nach mit ihrem Wulstbug die Siderfly unterhalb der Wasserlinie und riss zwei Löcher in den Rumpf, die bis zu fünf Meter lang sind. Die Siderfly nahm Wasser und gerit in eine bedohliche Schieflage, ein Sinken des Schiffes wurde zeitweilig nicht ausgeschlossen. Die Siderfly hkonnte bei etwa 40° Schlagsaeite stabilisiert werden, die Schlepper WOLF und LUCHS des Havariekommandos drückten den Havaristen auf die Böschung und hielen bis zum frühen Nachmittag dessen Position. Der NOK wurde zunächst voll gesperrt, wegen ausgetretenem Schiffsdiesel von der Siderfly wurden Ölbarrieren ausgelegt. Noch am Nachmittag war an der Unfallstelle starker Dieselgeruch zu vernehmen. Die Coral Ivory wurde nicht nennenswert beschädigt und hatte in der Hafenweiche Brunsbüttel festgemacht. Glücklicherweise wurde von den insgesamt 29 Besatzungsmitgliedern beider Schiffe niemand verletzt.

Am Mittag begannen die Sicherungsarbeiten an der Siderfly. Hierzu wurden am Ufer Löcher geraben, in welchen die Anker des Schiffes versenkt werden sollten, um ein Abrutschen auf der Böschung zu verhindern. Dies gestaltete sich jedeoch zunächst als schwierig, da die Reedereiarbeiter, die mit einem Mannkorb per Kran auf dem Vordeck abgesetzt wurden, Schwierigkeiten hatten, die vordere Ankerkette zu lösen. Offensichtlich war die Ankerwinsch außer Funktion. Die Mitarbeiter des WSA, die mit der kranbestückten Arbeitsplattform SG 1353 vor Ort im Einsatz waren, brachten dann an der Kette eine Stahltrosse an, mit der die Ankerkette gelöst werden konnte.

Der Steuerbord-Buganker konnte sodann in das an Land vorbereitete Loch abgesenkt werden und wurde eingegraben. Mit Festmacherleinen wurde der Bug des Schiffes dann gesichert. Ähnlich wurde ajm Heck verfahren. Durch die vorläufige Sicherung des Schiffes soll erreicht werden, dass der NOK möglichst schnell wieder befahren werden kann, auf der Strecke zwischen Hafenweiche und der Weiche Kudensee zumindest einseitig. Die Geschwindigkeit wird beschränkt sein, um ein Verrutschen des Havaristen durch Schraubenwasser zu verhindern.

Für die Bergung wird ein niederländischer Schwerlast-Schwimmkran eingesetzt. Eventuell muss das Schiff zunächst entladen werden, um die Leckagen über die Wasserlinie zu bringen, möglicherweise wird dann vor Ort eine behelfsmäßige Verschweißung vorgenommen, um das Schiff zur Werft transportieren zu können, hier käme Nobiskrug in Rendsburg in Frage. Dorthin war 2011 auch die Tyumen2 nach der schweren Havarie bei Grünental verbracht worden.

SIDERFLY; Ladung: Dünger; Ziel: Antwerpen (BE); IMO: 8412405; MMSI: 377473000; Call Sign: J8B2805; Flag: Saint Vincent; Type: General Cargo; Gross Tonnage: 2882; DeadWeight: 4380; L x B: 99.8m x 14.64m; Year Built: 1985; Status: Active

CORAL IVORY; Ladung: Ammoniak; Ziel: UUSIKAUPUNKI (FI); IMO: 9207039; MMSI: 245286000; Call Sign: PHPE; Flag: Netherlands; Type: Lpg Tanker; Gross Tonnage: 5831; DeadWeight: 6875; L x B: 115.89m x 15.99m; Year Built: 2000; Status: Active

Hier einige Impressionen von den Arbeiten zur Sicherung der Siderfly, durchgeführt von Mitgliedern des Havariekommandos, der Schlepper-Reederei Schramm, Mitarbeitern des WSA und Fremdfirmen (für Transport und Erdarbeiten). Die Notreparatur und Bergung des Havaristen wird durch die Reederei veranlasst.




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