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Pipelinebau in Schleswig-Holstein


Seit Anfang 2014 baut das niederländische Staats-Unternehmen Gasunie an einer neuen, 65 Kilometer langen Gaspipeline, die von Fockbek bei Rendsburg nach Ellund quer durch Schleswig-Holstein verlegt wird. Die Bautrasse hat derzeit eine mittlere Breite von etwa 33 Metern. Mit insgesamt 900 Schwertransporten werden die 3600 je sechs Tonnen schweren und je 18 Meter langen Bauteile zunächst nach Eggebek (Kreis SL-FL) gebracht und von dort auf die Baustellen verteilt. Die neunzig Zentimeter im Querschnitt messenden Rohre werden mindestens einen Meter unter der Erde verlegt bei einer Sohlentiee von etwa 2 Metern. Das Gas wird in den Röhren später mit einem Betriebsdruck von mehr als 80 Bar transportiert. Auf den Baustellen arbeiten um die 300 Personen, darunter neben den Arbeitern von Gasunie auch Mitarbeiter von PPS Pipeline Systems aus Quakenbrück und Rohrbau Vorwerk aus Tostedt.

Um nun den Verlauf ökonomisch sinnvoll zu führen, muss die Pipeline 24 Straßen und sogar den Fluss Treene unterqueren. Dazu wird in einem Senkbogen horizontal gebohrt und ein etwa 500 Meter langes Rohrstück durch den Bohrtunnel gezogen. Hierfür werden statt der sonst üblichen schwarz ummantelten Rohre weiß gefärbte Rohre verwendet. Der Fertigstellungstermin „Ende 2014“ wird sicherlich nicht zu halten sein, denn wie zu erfahren war, hat man auf den ersten Bauabschnitten zur Verbindung der schwarzen und weißen Rohre die falschen Schweißelektroden eingesetzt, so dass hier erheblicher Nachbesserungsbedarf entstand. Auch die Grundwasserabführung war in der Planung mindestens 30% zu gering dimensioniert worden, so dass mehr Pumpen als erwartet eingesetzt werden mussten, außerdem wurden als Umweltschutzauflage Filter für den Grudwasserrückfluss vorgeschrieben. Der veranschlagte Baupreis von 180 Millionen Euro wird sicherlich nicht ausreichend bleiben. Außerdem werden wegen der Bauverzögerung die Entschädigungszahlungen an Landwirte sicherlich um 100% steigen wegen des mit dem Bau verbundenen Nutzungsausfalls. Der Bau der Pipeline wird von der EU gefördert, um den Gastransport nach Skandinavien zu unterstützen, da die Vorkommen um Dänemark im Ertrag rückläufig sind.

Ein großes Problem, das auch technischen Stillstand erzeugt, sind die Baustellendiebstähle, die in letzter Zeit erheblich zugenommen haben. Aus Kreisen der privaten Sicherheitsdienste war zu erfahren, dass nachts allein von einer einzigen Baustelle 2.000 Liter Diesel entwendet wurden. An den Schweißmaschinen, welche die Rohre vollautomatisch miteinander verbinden, werden des Nachts die Starkstromkabel abgeschnitten, das Material wird dann auf dem Schwarzmarkt verhökert. Der hierbei entstehende Schaden von 15.000 Euro pro Maschine und Tag steht dem Erlös der Diebe von ca. 500 Euro in einem Verhältnis gegenüber, das man getrost als unglaublich bezeichnen kann.



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